Der Magdeburger Sportverein 90 e.V. ist einer der Traditionsvereine der Stadt Magdeburg. Im Süden der Stadt beheimatet ist das Gros der rund 1.100 Mitglieder in Sudenburg, Lemsdorf und Reform zu Hause. In seinen 15 Abteilungen (aber noch mehr Sportarten) bietet der Verein ein weitgefächertes Angebot an sportlichen Betätigungsfeldern für Jedermann - ob Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder auch Senior. Es ist möglich, aus reiner Freud am Sport tätig zu sein - aber auch Sport im Leistungs- bzw. Hochleistungsbereich zu betreiben. Sportliche Heimstätten sind der Sport- und Freizeitkomplex Lemsdorf-Bodestraße, das Heinrich-Germer-Stadion sowie die Abteilung Segeln am Salbker See. Na, Interesse oder Lust bekommen? Mitmachen ist jederzeit möglich - bitte in der Geschäftsstelle des MSV 90 nachfragen oder gleich mit den Ansprechpartnern der gewählten Sportart in Verbindung setzen!
Vereinsnews
Neuigkeiten aus unseren verschiedenen Abteilungen
Am Freitag und Samstag, den 09. und 10.10.2026, veranstaltete die Behindertensportabteilung des MSV 90 e.V. das 27. Kegelturnier für Blinde und Sehbehinderte. Ausgetragen wurde der Wettkampf auf den Bohle- und Classicbahnen des MSV 90 in der Magdeburger Bodestraße. Gekegelt wurden hierbei 120 Wurf in die Vollen. An diesem Turnier beteiligten sich insgesamt 12 Mannschaften mit insgesamt 56 Keglern/innen aus 10 Vereinen Deutschlands und Österreichs. Eröffnet wurde das Turnier durch DR. Gottschalk (Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit der Stadt Magdeburg), Dr. Volkmar Stein (Präsident des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Sachsen-Anhalt), Carola Schöneburg (Präsidiumsmitglied des BSSA) und Jürgen Bethge (Abteilungsleiter Behindertensport des MSV 90) welche der Veranstaltung gutes Gelingen wünschten.
Im Mannschaftswettbewerb stellten die Hausherren ihre drei Teams im Losverfahren auf, um so für mehr Spannung im Wettbewerb zu sorgen. Durch Losglück und gute Leistungen überzeugten die Elbestädter und platzierten sich alle im vorderen Tabellendrittel. So konnte die erste Vertretung der Elbestädter in der Besetzung: Jürgen Bethge (724 Holz, Gabriele Behrendt (681 Holz), Tilo Behrendt (602 Holz) und Detlef Rindorf (664 Holz), insgesamt 2605 Leistungspunkte erspielen und verwies die Konkurrenz auf die Plätze. Seriensieger VfL Blau-Weiß Neukloster I konnte in diesem Jahr mit 2570 LP nur den zweiten Rang belegen. MSV 90 II wurde in der Besetzung: Burkhard Ruske (538 Holz), Detlef Borowsky (694 Holz), Kai Schenker (573 Holz) und Andreas Bölke (720 Holz), mit insgesamt 2453 LP Dritter. Auch die Dritte Vertretung des Gastgebers konnte mit 2446 LP in der Besetzung: Silvio Hartseil (605 Holz), Annett Selle (713 Holz), Andreas Pitz (686 Holz) und Hans-Henning Nagel (710 Holz) glänzen und wurde hervorragender Vierter. Auf den weiteren Rängen landeten: ESV Lok Chemnitz (2437 LP), SG rot-Weiß Neuenhagen (2343 LP), VfL Blau-Weiß Neukloster II (2320 LP), FSV Forst Borgsdorf (2254 LP), SG Chemie Wolfen (2238 LP), KSV Eska Chemnitz (2074 LP), SV Jena Zwätzen (1964 LP) und VSC-ASVÖ Wien (1593 LP).
In der Einzelwertung zeigten die Hausherren erneut ihr keglerisches Können und konnten gleich in vier Schadensklassen die Konkurrenz hinter sich lassen. In der Gruppe der blinden Damen ging der Pokal mit 542 Holz an Silvia Schur (VfL Blau-Weiß Neukloster. In der gleichen Gruppe der Herren siegte mit 602 Holz der Magdeburger Tilo Behrendt und Mannschaftskamerad Burkhard Ruske (538 Holz) wurde Dritter.
In der Gruppe der praktisch blinden Damen gab es gleich einen Doppelsieg für die Elbestädter zu feiern, hier gewann Annett Selle mit 713 Holz und Vereinskameradin Gabriele Behrendt wurde mit 681 Holz Zweite. In der gleichen Gruppe der Herren ging der Sieg ebenfalls an die Elbe, hier siegte Jürgen Bethge mit 724 Holz. Die Elbestädter Detlef Borowsky (694 Holz), Silvio Hartseil (605 Holz) und Kai Schenker (573 Holz) wurden Dritter, Siebenter und Neunter.
In der Gruppe der sehschwachen Damen ging der Sieg an Carmen Steinert von KSV Eska Chemnitz, welche 657 Hölzer erspielte. Bei den Herren dieser Gruppe, gab Roland Bartelt (SG Rot-Weiß Neuenhagen) mit 728 Holz, der Konkurrenz das Nachsehen.
In der Gruppe der Übungsleiterinnen und Betreuerinnen ging der Sieg an Sylke Wechler (ESV Lok Chemnitz), die 608 Holz zu Fall brachte. Die Magdeburgerinnen Andrea Beneke (540 Holz) und Lara Beneke (391 Holz) wurden Sechste und Achte. Bei den Herren dieser Gruppe siegte Elbestädter Andreas Bölke mit 720 Holz. Seine Vereinskameraden Hans-Henning Nagel (710 Holz), Andreas Pitz (686 Holz), Detlef Rindorf (664 Holz) und Jan Beneke (507 Holz wurden Dritter, Fünfter, Sechster und Zehnter.
Text: Tilo Behrendt
Am Wochenende, vom 03.07. bis 05.07.2026, veranstaltete der Deutsche Behindertensportverband die 42. Deutsche Meisterschaft im Sportkegeln der Sektion Schere. Austragungsort war in diesem Jahr die Kegelsportanlage von KSV Trier (Rheinland-Pfalz). Das Land Sachsen-Anhalt war hierbei durch zwei Mannschaften und insgesamt acht Starter/innen vom Magdeburger SV 90 und der SG Chemie Wolfen vertreten.
Am Sonntagvormittag, den 05.07.2026, wurde der Einzelwettkampf, in zwei Alters- und drei Schadensklassen, ausgetragen. Da in den vergangenen Jahren schon einige Titel errungen werden konnten, war die Erwartung in diesem Jahr natürlich wieder sehr hoch. Mit insgesamt sechs Meistertiteln, zwei Vize-meistern und zwei Bronzemedaillen konnte wieder jede Menge Edelmetall nach Sachsen-Anhalt geholt werden. In der Gruppe der praktisch blinden Damen gewann Annett Selle mit 576 Holz und Vereinskameradin Gabriele Behrendt (beide MSV 90) wurde mit 554 Holz Vizemeisterin. In der gleichen Gruppe der Herren ging der Sieg an Jürgen Bethge (MSV 90) mit 587 Holz. Der Wolfener Ralf-Peter Lokat wurde mit 586 Holz Zweiter und Elbestädter Detlef Borowsky mit 533 Dritter. In der Seniorenklasse dieser Gruppe konnte Helmut Schulz (Wolfen) mit 563 Holz ebenfalls überzeugen und holte den Titel nach Sachsen-Anhalt.
In der Gruppe der blinden Herren erspielte Tilo Behrendt (MSV 90) 447 Holz und holte ebenfalls den Meistertitel. In der Seniorenklasse dieser Gruppe wurde der Wolfener Frank Meixelsberger mit 483 Holzebenfalls Meister.
Am Nachmittag, des 05.07.2026, wurde der Mannschaftswettbewerb ausgetragen. Da die blinden und sehbehinderten Kegler, vom Magdeburger SV 90 und der SG Chemie Wolfen, in den vergangenen Jahren bereits mehrfach auf dem Podest vertreten waren, hofften sie auch in diesem Jahr in den Kampf um die Medaillen eingreifen zu können. In der Besetzung Tilo Behrendt, Jürgen Bethge, Annett Selle, Gabriele Behrendt und Ersatzkegler Detlef Borowsky, gelang es ihnen mit insgesamt 2241 Holz die Goldmedaille zu erkämpfen. Das Team der SG Chemie Wolfen, die in der Besetzung: Roland Bartelt, Ralf-Peter Lokat, Helmut Schulz und Frank Meixelsberger antrat wurde mit insgesamt 2123 Holz Dritter.
Am Wochenende, vom 16.07. bis 18.07.2026, geht es dann zu den Deutschen Meisterschaften, im Kegeln der Sektion Classic, nach Augsburg. Hier gehören die Sachsen-anhalter in der Einzel als auch in der Mannschaftskonkurrenz zum erweiterten Favoritenkreis und hoffen auf zahlreiches Edelmetall.
Text: Tilo Behrendt
Am Wochenende, vom 05.06.bis 08.06.2026, veranstaltete Vi. Ge. Waasland in Sint Niklaas, Hauptstadt der belgischen Region Waasland, das 2. Internationale Marathontorballturnier für Blinde und Sehbehinderte. Zu diesem Turnier waren neben dem Team des Gastgebers zehn Teams aus Frankreich, Italien, Finnland, Belgien und Deutschland eingeladen. Gespielt wurde im Modus „Jeder gegen Jeden“. Die insgesamt 55 Spiele, mit einer jeweiligen effektiven Spielzeit von 2 x 10 Minuten wurden durchgehend von Samstag 10:00 Uhr bis Sonntag 16:30 Uhr ausgetragen. In dem hochklassig besetzten Turnier hieß es für die Magdeburger, die in einer Spielgemeinschaft mit dem PRSV Halle und dem FSV Forst Borgsdorf antraten, , ein gutes Turnier zu spielen und Spielpraxis zu sammeln. Die Spielgemeinschaft BoHaMa trat in der Besetzung: Robin Peter (5 Tore) und Tilo Behrendt (19 Tore) beide vom MSV 90; Uwe Jung (3 Tore) und Marcus Krißel (2 Tore) beide vom FSV Forst Borgsdorf; Sven Göhler-Appel (2 Tore) und Mario Kleist (11 Tore) vom PRSV Halle/Saale an.
In dieser ungewohnten Besetzung hieß es aus einer stabilen Abwehr heraus ins Turnier zu finden und es den Toppteams aus Belgien Italien und Frankreich möglichst schwer zu machen und evtl. einen guten Mittelfeldplatz zu belegen. In vielen Spielen konnte die Spielgemeinschaft gut mithalten und auch lange eine kleine Führung behaupten, hatte aber am Ende oft das Nachsehen gegenüber den eingespielten Teams. Trotz dieser unglücklichen Resultate waren die Spieler der Spielgemeinschaft am Ende sehr zufrieden und würden die Strapazen einer solchen Veranstaltung erneut über sich ergehen lassen. Die Begegnungen der SG BoHaMa endeten wie folgt:
gegen Südtirol )Italien) 1:6 Tore,
gegen Reims (Frankreich) 5:3 Tore,
gegen Clermont-Ferrand (Frankreich) 4:4 Tore,
gegen Vi. Ge. Antwerpen (Belgien) 7:4 Tore,
gegen Torino (Italien) 5:9 Tore,
gegen Vi. Ge. Halle (Belgien) 3:9 Tore,
gegen Vi. Ge. Noordzee (Belgien) 4:4 Tore
gegen Old-Power (Finnland) 5:8 Tore),
gegen Vi. Ge. Waasland (Belgien) 6:6 Tore,
gegen Teramo (Italien) 1:9 Tore
Mit 9 Punkten und 41:62 Toren sprang am Ende der achte Rang heraus und das ganze Team freute sich über dieses einmalige tolle und gut organisierte Event.
Der Turniersieg ging an das italienische Team aus Teramo, die mit 30 Punkten und einem Torverhältnis von 69:16 Toren nichts anbrennen ließen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Torino (23 Punkte und 70:24 Tore) und Südtirol (21 Punkte und 68:32 Tore), somit gingen alle Pokale nach Italien. Auf den weiteren Rängen folgen: Vi. Ge. Waasland (18 Punkte und 59:45 Tore), Vi. Ge. Noordzee (14 Punkte und 39:52 Tore), Vi. Ge. Antwerpen (12 Punkte und 52:51 Tore), Vi. Ge. Halle (12 Punkte und 50:62 Tore), SG BoHaMa (9 Punkte und 41:62 Tore), Old Power (9 Punkte und 44:78 Tore), Reims (6 Punkte und 32:77 Tore) und Clermont-Ferrand (4 Punkte und 40:65 Tore).
Text: Tilo Behrendt
Im Zeitraum vom 15.05. bis 24.05.2026 veranstaltete der internationale Sportverband für Blinde und Sehbehinderte (IBSA) die 25. Europameisterschaften im Parakegeln der Sektion Classic. Austragungsort war in diesem Jahr das polnische Sierakow. Deutschland war hierbei durch zwei Sportler/in des Magdeburger SV 90 und einem Sportler von SG Rot-Weiß Neuenhagen vertreten.
Da der Deutsche Behindertensportverband (DBS-NPC) keine Unterstützung mehr für diese Sportart leistet, hatten sich nur drei Sportler für die Teilnahme an der EM entschlossen und hofften auf gute Ergebnisse und evtl. auf die eine oder andere Medaille. Als erster Deutscher Starter ging Tilo Behrendt (MSV 90) im neugeschaffenen Sprintwettbewerb auf die Bahn und konnte im Vorkampf mit 125 Holz nur den zehnten Rang belegen. Gabriele Behrendt gelang hier ein besserer Start und wurde in der Damenkonkurrenz mit 162 Holz Sechste nach der Vorrunde, konnte aber im Viertelfinale ihre Kontrahentin nicht bezwingen und schied aus, welches aber für Gabi trotzdem ein sehr gutes Ergebnis ist, da sie nach einem Oberarmbruch erst kurze Zeit wieder im Training steht. Am 19.05. und 20.05.2026 wurden dann die Vorkämpfe für die Kombinations- und Singlewertung ausgetragen. Hier konnte Gabriele Behrendt auf zwei Bahnen sehr gut mithalten, schaffte dieses aber konditionell nicht über alle vier und wurde mit 646 Holz Achte in der Gruppe der praktisch blinden Damen. In der Gruppe der blinden Herren erzielte Tilo Behrendt 567 Holz im Vorkampf und konnte als Vierter in die Finalrunde einziehen. Leider gelang es ihm im Finale, am 23.05.2026, nicht die nötigen Hölzer zu Fall zu bringen und wurde in der single-Wertung mit 536 Holz Sechster und in der Kombinationswertung mit 1103 Holz Fünfter. Der Neuenhagener Roland Bartelt wurde leider ein Opfer der sehr strengen Klassifikationsuntersuchung und war einer von sieben Sportlern die leider nicht starten durften obwohl sie nur hauchdünn über dem geforderten Bereich ihrer Wettkampfklassen lagen. Es ist hierbei nicht zu verstehen, wenn diese Untersuchungen erst vor Ort durchgeführt werden und somit Kosten für die Sportler entstanden, nicht zu Gunsten der Sportler entschieden wird.
Für die Zukunft dieser, bei Blinden und Sehbehinderten sehr beliebten Sportart, ist für Deutschland nur zu hoffen, dass der Deutsche Behindertensportverband (DBS-NPC) seine Entscheidung diese Sportart nicht mehr zu unterstützen überdenkt und eine weitere Förderung wieder möglich machen kann.
Text: Tilo Behrendt